Ein Kleingarten wird romantisch

Vor zwölf Jahren haben Sabine und Uli ihren Schrebergarten in Hamburg-Groß Borstel übernommen. Er sah so aus wie die meisten Kleingärten, die in den 70er- und 80er-Jahren gestaltet wurden: Die Hütte war dunkel gebeizt, es gab viel Rasen und ein paar Beete mit Blumen in Reih und Glied. Gemüse haben die Vorpächter nicht angebaut. Seitdem haben Uli und Sabine viele Elemente, die einst wie mit dem Geodreieck angelegt worden waren, gerundet und kreativ gestaltet. Laube und Garten sind bunter geworden. Jetzt werden die letzten vernachlässigten Ecken umgestaltet – für die Nutzer des Gartens, aber auch die Tierwelt.

Ein Platz an der Sonne für Emma

Hinter der Hütte liegt ein sonniger Bereich. Hier stand lange ein Trampolin. Mit viel Einsatz machen Uli und Sabine aus der Schmuddelecke einen geschützten Sitzplatz, den vor allem ihre Tochter Emma nutzen soll.

Der Rückzugsraum für Emma bekommt durch den gelblichen Kies eine heitere Atmosphäre. Hier genießt man gern die Sonnenstrahlen. Emma hat hier ein eigenes Beet, in dem unter anderem eine filigrane weiße Akelei blüht. Für Vögel gibt es an der Wand der Laube einen Nistkasten.


Wer gärtnert hier?

Sabine und Uli aus Hamburg mit ihrer Tochter Emma und der Labradorhündin Paula.

Was wünschen sich die Gartenbesitzer?

Sabine war nach jahrelangem engagierten Gärtnern der Spaß am Garten abhanden gekommen. Sie hatte das Gefühl, den Garten nur noch zu „verwalten“. Beim Vorgespräch sagte sie: „Gartenarbeit war zum Muss geworden, Rasen mähen, jäten … Ich hatte permanent das Gefühl, ich arbeite im Garten, um mich auf einen Besuch oder ein Fest vorzubereiten, was dann aber nicht kam. Der Garten war eine lange To-do-Liste. Dabei wünsche ich mir einen Garten, der verwunschen ist, mich verlangsamt, in dem mein Blick an Schönem verharrt und ich einfach mal nichts muss. “ Ein Garten also mit mehr Kiesflächen und mehr Blumenbeeten, in dem man nicht mehr so viel arbeiten muss und mehr Zeit für Gartengenuss und Muße hat.

Die Lösung

Der Garten wird in Räume unterteilt, einige für den Rückzug, einige für Geselligkeit. Auch der Nutzgarten ist ein wichtiges Element. Um die viele Gartenarbeit zu reduzieren, werden Gartenräume mit Kies oder als Blumenwiese gestaltet. Durch die Unterteilung entstehen interessante Blickachsen. Ganz wichtig sind Blumenbeete, in denen von Frühjahr bis Herbst etwas blüht. Das Verwunschene wird auch unterstrichen durch Blütenfarben, wie man sie in Cottage-Gärten findet. Stauden, Sommerblumen, aber auch Kräuter und Gemüse dürfen durcheinander wachsen. Die Strenge der altmodischen Schrebergärten wird so unterbrochen, in den Garten ziehen Leichtigkeit und Lässigkeit ein. Ganz nebenbei wird der Garten so mit seinen vielen blühenden Pflanzen, Totholz- und Steinhaufen und wilden Ecken zu einem interessanten Lebensraum für Insekten und andere Wildtiere.

Wie ist der Zeitplan?

Die Planung für die Umgestaltung des Gartens hat im Dezember 2019 begonnen. Im Laufe des Winters wurden Bäume und Büsche beschnitten, ein riesiger Kirschlorbeer wurde gerodet. Im Frühjahr 2020 werden die neuen Beete angelegt und bepflanzt, der Kiesplatz hinter der Hütte angelegt. Im Mai ist das Gröbste geschafft, der Garten ist sichtbar aufgelebt, es gibt schon viel zu Gucken und zu Staunen.

Herzlich willkommen

Auch ein Nutzgarten kann schön aussehen

Zu jedem Schrebergarten gehören Gemüsebeete, Obstbäume und ein Komposthaufen. Uli und Sabine haben ihre maroden Hochbeete abgebaut und stattdessen ebenerdige Beete angelegt. An der sonnigsten Stelle ist ein Hügel für Kräuterpflanzen entstanden. Die Kompostecke wurde entrümpelt.

Der Blick ist frei



Platz für Geselligkeit

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